Kartäuserorden

Die Berufung der Kartäusernonnen

Stationen des Weges

Das Gästehaus steht allen jungen Frauen offen, die im Gebet der Frage ihrer eventuellen Berufung zum Leben in der Kartause nachgehen wollen. Wenn sie während ihres Aufenthaltes im Gästehaus eine Übereinstimmung feststellen zwischen dem Anruf Gottes in ihrem Herzen und dem, was sie von unserem Leben wahrnehmen, können wir ihnen die Erlaubnis erteilen, etwa zehn Tage lang am Klosterleben teilzuhaben oder eine längere Probezeit, «Postulat» genannt, zu absolvieren.

Das Postulat dauert zwischen sechs Monaten und einem Jahr und dient dazu, mit unserer Lebensweise besser vertraut zu werden. Die Postulantin ist nicht gehalten, auf einen Schlag die ganze Strenge unserer Lebensform auf sich zu nehmen, sondern nur schrittweise, nach Maßgabe ihrer Möglichkeiten. Dabei erwägt sie weiter vor Gott ihre mögliche Berufung.

Falls sie – in Übereinstimmung mit der Klostergemeinschaft – in unserem Orden bleiben möchte, beginnt sie ihr Noviziat und empfängt das Ordensgewand der Kartäuserinnen.

Im Noviziat

Ein halbstündiges Treffen pro Woche dient der monastischen Ausbildung. Dieses Treffen dient weniger der theoretischen Belehrung als vielmehr der Weitergabe der lebendigen Tradition kartusianischer Spiritualität.

Von den Novizinnen wird verlangt, mit dem Herzen einer Jüngerin das Charisma des hl. Bruno entgegenzunehmen, so wie es durch die lange Reihe der Mönche und Nonnen unseres Ordens im Laufe der neun Jahrhunderte, die uns von ihm trennen, verinnerlicht worden ist.

Die «Statuten der Nonnen des Kartäuserordens» geben dieses Charisma weiter und bieten den Novizinnen Gelegenheit, den Grund und die Art und Weise unserer Lebensform zu vertiefen. Ihr einziges Ziel besteht darin, uns unter der Führung des Heiligen Geistes und durch das Evangelium auf dem Weg zu Gott voranschreiten zu lassen und das Übermaß der Liebe zu entdecken.

Die Novizinnen lesen auch die wichtigsten Kartäuserautoren und studieren die ihnen zugrundeliegenden Quellen im Mönchtum des Ostens und des Westens. Unsere Väter im Kartäuserleben haben sich durch die frühen Mönche inspirieren lassen, die sich seit Beginn des 3. Jahrhunderts vor allem in die Wüsten Ägyptens und Palästinas zurückgezogen haben: dieses ursprüngliche östliche Mönchtum legt ein besonderes Gewicht auf die Einsamkeit und die Reinheit des Herzes.

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