Kartäuserorden

Statuten

Buch 6

Kapitel 41


Die Liturgie in unserem Orden « »

1 Gipfel und Quelle

  1. Die Liturgie ist der Gipfel, dem das Tun der Kir­che zustrebt, und zugleich die Quelle, aus der ihre ganze Kraft strömt. Wir aber, die wir alles verlassen haben, um Gott allein zu suchen und vollkommener zu besitzen, müssen die liturgischen Feiern mit besonderer Gottesverehrung begehen. Denn beim Vollzug der heiligen Liturgie, zumal in der Eucharistiefeier, haben wir durch die Ausgießung des Heiligen Geistes Zutritt zu Gott dem Vater durch den Sohn, das fleischgewordene Wort, das gelitten hat und verherrlicht wurde, und treten so in Gemeinschaft mit der Allerheiligsten Dreifaltigkeit.

2 Zeichen der Beschauung

  1. Wenn wir den Gottesdienst im Chor feiern oder das Offizium in der Zelle verrichten, sprechen wir mit un­seren Lippen das Gebet der gesamten Kirche. Denn das Gebet Christi ist nur eines und ergießt sich durch die heilige Liturgie ganz in die einzelnen Glieder seines Leibes. Bei den Einsiedlermönchen aber offenbaren die liturgischen Handlungen auf besondere Weise die Natur der Kirche, in der ja das Menschliche auf das Göttliche hingeordnet und ihm untergeordnet ist, das Sichtbare auf das Unsichtbare, die Tätigkeit auf die Beschauung.

3 Ergänzung des einsamen Gebetes

  1. Unsere Väter haben zu allen Zeiten dafür gesorgt, daß unser Ritus unserem Beruf als Einsiedler und unse­ren kleinen Konventen angepaßt, das heißt einfach, nüchtern und vor allem auf die Vereinigung der Seele mit Gott bezogen blieb. Wir wissen ja, daß die Mutter Kirche die Verschiedenheit der liturgischen Riten immer anerkannt hat, durch welche sie sich um so offenkundi­ger als die katholische und ungeteilte Kirche bezeugt. So vermögen wir durch die heiligen Riten die tieferen Einhauchungen des Geistes auszudrücken. Und das vom Herzensgrund aufsteigende Gebet erlangt eine neue Voll­kommenheit, wenn es sich in den heiligen Worten wieder­erkennt.

4 Die Liturgie erreicht durch das einsame Gebet ihre Vollendung

  1. Andererseits wird das gemeinsame Gebet, das durch die liturgische Handlung das unsere wird, im einsamen Gebet weitergeführt, bei dem wir Gott ein ganz innerli­ches Lobopfer darbringen, das alle Worte übertrifft. Denn die Einsamkeit der Zelle ist der Ort, wo die vom Schweigen ergriffene Seele die Erdensorgen vergißt und der Fülle des Geheimnisses teilhaftig wird, in dem Christus, der Gekreuzigte, von den Toten aufersteht und in den Schoß des Vaters zurückkehrt. Daher verwirklicht der Mönch in seinem unablässigen Streben, dem Herrn anzuhangen, in sich selbst das, was die ganze Liturgie darstellt.

Kapitel 52


Der Gesang beim Gottesdienst « »

Die Weise des Singens und Psallierens

  1. Unser Orden betrachtet den Gregoriarrischen Choral als ein Wesensmerkmal seiner Liturgie.
    Rein und kraftvoll müssen wir am Lob Gottes teil­nehmen, um sowohl ehrfürchtig als auch freudig vor dem Herrn zu stehen; nicht träge und schläfrig sollen wir sein, nicht die Stimme schonen und die Worte halb ab­schneiden; vielmehr sollen wir, wie es sich geziemt, mit männlich klingender Stimme und männlicher Innigkeit die Worte des Heiligen Geistes erschallen lassen.
    Beim Gesang sollen die Schlichtheit und das rechte Maß gewahrt werden, damit er Würde atme und die Andacht gewahrt wird; denn mit dem Herzen und mit der Stimme müssen wir dem Herrn singen und psallieren. Am besten psallieren wir, wenn wir uns dieselbe Innigkeit des Herzens zu eigen machen, mit der die Psalmen und Canti­ca verfaßt worden sind.
  2. Der Psalmengesang darf nicht schleppend und nicht hastig sein; er soll mit voller, lebendiger und kräftiger Stimme gesungen werden, so daß alle andächtig psallieren und aufmerksam mitsingen können, ohne die Stimme zu überbeanspruchen, mit Innigkeit und ohne Fehler.
  3. Nach der Versmitte machen wir eine gute Pause. Am Anfang, in der Mitte und am Ende des Verses setzen wir gleichzeitig ein beziehungsweise hören wir gleich­zeitig auf. Keiner maße sich an, vor den anderen zu be­ginnen und zu sehr zu eilen. Zusammen sollen wir sin­gen, zusammen die Pausen einhalten, indem wir immer auf die Stimme der anderen hören.
  4. In den Texten der Lesungen, Psalmen und Gesänge dürfen die Betonung oder die Zusammengehörigkeit der Worte, soweit der einzelne dazu fähig ist, niemals außer acht gelassen werden. Denn der Verstand erfaßt und verkostet den Sinn am besten, wenn ihm die Worte passend vorgelegt werden.
  5. Sehr wichtig ist es, daß die Novizen im Singen richtig ausgebildet werden. Lob verdienen jene, die auch nach dem Noviziat das Gesangsstudium niemals vernachlässigen.
  6. In den Häusern des Ordens ist das Tages- und Nachtoffizium zu singen, solange wenigstens sechs gesunde Patres anwesend sind.
  7. Das Invitatorium wiederholt der Konvent immer ganz nach dem ersten, dritten und fünften Vers des Psalmes Venite sowie an seinem Ende; nach dem zweiten und vierten Vers jedoch und nach dem Gloria Patri nur seinen zweiten Teil.
  8. Die erste Antiphon in den einzelnen Nokturnen, in den Laudes und in der Vesper wird immer auf der Chorseite des Wochensängers angestimmt, die zweite auf der anderen Seite und von da an abwechselnd weiter von den Ältesten zu den Jüngsten. Die Antiphon zum Benedic­tus und Magnificat aber ist immer von der Chorseite des Wochensängers anzustimmen.
    Die Antiphonen werden nach den Psalmen und Cantica immer wiederholt. Wenn möglich werden sie in der glei­chen Tonlage aufgenommen, mit der die Psalmodie ab­schließt.
  9. Das Anstimmen des Gesanges kommt dem Großsänger jener Chorseite zu, auf der sich der Wochensänger befindet; oder jener Chorseite, in der jemand eine Antiphon angestimmt hat. Das Kyrie eleison bei den Preces aber wird immer von der rechten Chorseite begonnen, und zwar erst, wenn alle zur Ruhe gekommen sind (53.21).
  10. Entsprechend dem Rang der Messe werden einige Ge­bete mit jeweils verschiedener Melodie gesungen, nämlich: Kyrie eleison, Gloria in excelsis (das der Großsänger von den Worten Et in terra pax an als erster fortsetzt), Sanctus, Agnus Dei.
    Mit der feierlichen Melodie singt man die erwähnten Gesangsstücke an Hochfesten.
    Mit der Sonntäglichen Melodie werden sie gesungen:
    - an Sonntagen und Zwölflesungsfesten
    - innerhalb der Oktaven, wenn es sich nicht um ein Hochfest handelt
    - an den Vigilien von Weihnachten und Pfingsten
    - in folgenden Votivmessen :
    von der Heiligsten Dreifaltigkeit und vom Heiligen Geist
    vom Herrn, außer der Messe vom Heiligen Kreuz
    von der Jungfrau Maria, außer der Messe von der Compassio
    von den heiligen Engeln
    vom heiligen Joseph und von unserem heiligen Vater Bruno
    - in der Messe zur Danksagung.

    Die Ferialmelodie für das Kyrie eleison wird ange­wendet :
    - in den Messen der Dreilesungsfeste und Gedächtnis­se, außer von der Seligen Jungfrau Maria
    - in den Vigilmessen, außer den oben genannten
    - in den Fastenmessen
    - in den Ferialmessen
    - in den Votivmessen, außer den oben genannten
    - in den Messen für die Verstorbenen.

Der Gebrauch der Landessprache

  1. Für das folgende muß die lateinische Sprache ver­wendet werden :
    1. im kanonischen Offizium im Chor : der Psalm Veni te mit seiner Antiphon, alle anderen Antiphonen (ein­schließlich der Antiphonen der Seligen Jungfrau Maria), die Psalmen (außer Psalm 50 zu den Preces), die Cantica aus den beiden Testamenten, die großen und kleinen Responsorien und die Hymnen (einschließlich das Te Deum mit dem Te decet);
    2. in der Konventmesse: Der Introitus, die Antiphonen mit den dazugehörigen Versen (zum Beispiel beim Asper­ges), das Kyrie (auf griechisch zu singen), das Gloria, alle Responsorien (auch am Karfreitag), der Traktus, das Alleluia, das Credo, das Offertorium, die Präfati­on, das Sanctus, das Agnus Dei und die Communio;
    3. bei anderen Zeremonien: die Responsorien des Be­gräbnisses, die Antiphonen bei der Fußwaschung und die Hymnen bei der Fronleichnamsprozession.
    Für das andere kann nach dem Urteil des Priors und mit der Zustimmung des Konventes die Landessprache ver­wendet werden. Der Gesang in der Landessprache ist er­laubt, sofern eine gewisse Übereinstimmung unter den Teilen des Gottesdienstes gegeben ist und der Gesang möglichst würdig und schön ist.

Der Großsänger

  1. Die Großsänger, die der jeweiligen Chorseite vor­stehen, müssen ausgebildet und erfahren sein, um die anderen in der Psalmodie und im Gesang in der oben beschriebenen Weise gut und passend führen zu können. Hierin unterstehen sie jedoch der Leitung und Autorität des Priors. Überdies ist es ihre Aufgabe, jene, die bei den Psalmen zu langsam, zu schnell oder unvorschrifts­mäßig singen, liebevoll zu berichtigen; dies geschehe aber besser außerhalb des Chores.
  2. Wenn die Großsänger es für angebracht halten, ge­ben sie auf ihrer Chorseite die Tonhöhe für die Psalmen und das übrige göttliche Offizium höher oder tiefer an, damit alle ohne Schwierigkeit singen können.
    Kein anderer aber darf in ihrer Gegenwart den Chor berichtigen als der Prior oder, bei dessen Abwesenheit, der Vikar.
  3. Ist der Großsänger verhindert, soll der zweite Großsänger sein Amt ausüben. Ist dieser ebenfalls verhindert, tritt der Älteste der Chorseite an die Stelle des Großsängers. Doch kann der Prior auch eine andere Regelung treffen.
  4. Stimmt der Großsänger von Amts wegen etwas an, schlägt er die Kapuze zurück. Solange der erste Psalmvers oder die erste Hymnusstrophe gesungen wird, stützt er sich nicht auf, noch bedeckt er sein Haupt; ist der besagte Vers zu Ende gesungen, bedeckt er das Haupt und nimmt wieder seinen Platz ein.
  5. BEIM OFFIZIUM stimmt der Großsänger an :
    - Domine, quid multiplicati Bunt…, Deus misereatur nostri…
    - die Hymnen
    - die Psalmen und Cantica, nachdem die Antiphon ge­sungen ist (52.8). Beim Beginn eines Hymnus oder Psalmes singt er bis zur Pause allein und setzt nach einer kurzen Pause als erster den restlichen Versteil fort
    - hat der Prior das Te Deum angestimmt, singt er die folgenden Worte allein weiter
    - zuweilen kann er den Gesang für die Novizen an­stimmen (51.15 und 52.21).
    IN DER MESSE hat der Großsänger die Aufgabe, alle Gesänge anzustimmen außer dem Pater noster.
  6. Der Großsänger stimmt zum Altar gewandt an :
    - das Domine nach dem Asperges me
    - die Antiphonen Lumen und Collegerunt (47.20 und 27)
    - das Agnus Dei und die Communio
    - das Responsorium Popule meus und die übrigen Re­sponsorien am Karfreitag.
    Das übrige stimmt er zum Gegenchor gewandt an.
  7. Begeht der Großsänger beim Anstimmen eines Psalmes oder Hymnus einen Fehler, nimmt er erst Veniam, wenn der Vers oder die Strophe beendet ist.
    Der Wochensänger
  8. Einschließlich des Priors (wenn er es für ange­bracht hält) versieht jeder abwechselnd auf seiner.
    Chorseite der Reihe nach das Amt des Wochensängers; da­bei darf er sich nie zusammen mit dem Wochenpriester auf derselben Chorseite befinden.
  9. Der Wochensänger hat zu singen :
    IN DER MATUTIN :
    - das Invitatorium mit dem Psalm Venite
    - die Versikel der Nokturnen
    - im Sommer das kleine Responsorium nach der Lesung der ersten Nokturn; er beginnt es erst, wenn der Lektor seinen Platz wieder eingenommen hat.
    ZU DEN LAUDES :
    - das kleine Responsorium - das Benedicamus Domino
    - die Anstimmung der Antiphon von der Seligen Jung­frau Maria.
  10. ZUR TERZ, SEXT UND NON stimmt der Wochensänger die Antiphon zu den Psalmen an und singt den Versikel nach dem Kapitel.
    ZUR VESPER :
    - stimmt er das große Responsorium an; singt er das kleine ganz und dazu ihre Verse und das Gloria
    - singt er das Benedicamus Domino und stimmt wie nach den Laudes die Antiphon von der Seligen Jung­frau Maria an.
    Ist aber der Wochensänger Novize, kann der Groß­sänger seiner Chorseite das Invitatorium in der Matutin und das große Responsorium zur Vesper anstimmen.
  11. BEIM TOTENOFFIZIUM ist es Aufgabe des Wochensän­gers :
    - die Antiphonen zu den Psalmen und Cantica anzu­stimmen
    - die Versikel zu singen, ausgenommen den Versikel nach dem Responsorium der letzten Lesung, den der Lektor dieser Lesung singt
    Die Lesungen der Agenda mit den Versen der Respon­sorien singt:
    - in der ersten Nokturn der Wochensänger
    - in der zweiten Nokturn der Wochensänger der näch­sten Woche
    - in der dritten Nokturn der Vertreter des Wochen­sängers.
  12. Bevor der Wochensänger etwas anstimmt, entblößt er immer sein Haupt. Er singt alles der gegenüberlie­genden Chorseite zugewandt; nur das folgende trägt er dem Altar zugewandt vor :
    - das Invitatorium
    - die Versikel des kanonischen Offiziums
    - die kleinen Responsorien zu Laudes und Vesper
    - das Benedicamus Domino und die Antiphon von der Seligen Jungfrau Maria.
    Nachdem er etwas dem Altar zugewandt angestimmt hat, macht er eine kleine Verneigung.
  13. Ist der Wochensänger am Anfang der Matutin nicht da und hat sein Vertreter das Venite schon begon­nen, singt der Vertreter den Psalm zu Ende; danach aber übt der Wochensänger für das weitere sein Amt aus.
    Wenn er am Lesepult steht, singt nicht er den Ver­sikel, sondern sein Vertreter singt ihn im Chor.
  14. So laßt uns denn die Ordnung des Psallierens ein­halten und im Angesicht der Heiligsten Dreifaltig­keit und der heiligen Engel singen, in heiliger Furcht und von sehnlichstem Verlangen entflammt; damit durch das, was wir besingen, unser Herz zur Betrachtung der absoluten Wirklichkeiten erhoben werde, wenn wir Gott, unserem Schöpfer, mit klangvoller Stimme zujubeln.

Kapitel 54


Die Zeremonien beim Offizium in der Zelle « »

Das kanonische Offizium

  1. Nach dem Zeugnis der alten Mönche wird die Einsam­keit durch die Psalmodie versüßt. Wenn wir hinge­gen das göttliche Offizium allein verrichten, beobach­ten wir fast die gleichen Zeremonien wie im Konvent. Jedoch :
    - wir bedecken das Haupt nur bei den Psalmen, nach dem ersten Vers des ersten Psalmes; in den Noktur­nen der Matutin, bei Laudes und Vesper entblößen wir das Haupt erst, wenn die letzte Antiphon nach den Psalmen gebetet ist
    - wir sitzen in der Regel nur bei den Lesungen und ihren Responsorien in der Matutin und bei einem rechtmäßigen Grund auch zu den Psalmen dieses Of­f iziums.
  2. Einige Teile des Offiziums außerhalb des Konventes dürfen auch in vereinfachter Weise verrichtet wer­den; zum Beispiel :
    - das Invitatorium braucht man nur am Anfang und am Ende des Psalmes Venite zu sprechen
    - zu den Responsorien können die Wiederholungen un­terbleiben
    - wenn eine Antiphon mehrere A11e1uia hat, brauchen wir nur eines zu sprechen
    - zu Beginn der Preces eines Offiziums brauchen wir nur einmal das Kyrie, Christe und Kyrie zu be­ten.
  3. Wer einige kleine Horen unmittelbar hintereinander betet (was aber nur ausnahmsweise der Fall ist), kann in der ersten Hore einen Hymnus beten, der der Tageszeit am besten entspricht, und nach dem Kapitel dieser Hore gleich die Antiphon und die Psalmen der zweiten Hore beginnen. Von hier ab setzt er die Hore in der gewohnten Weise fort. Er wählt dann jedoch eine Oration, die der Tageszeit am besten entspricht.
  4. Wer das Offizium allein betet, kann für jede Nok­turn eine einzige Lesung mit einem beliebigen der angegebenen Responsorien halten. Diese Lesung wird aber aus den für diese Nokturn in den liturgischen Büchern angegebenen Lesungen genommen. Für die biblischen Le­sungen jedoch kann man einen anderen Text aus jenem Buch nehmen, das zur selben Zeit im Chor gelesen wird.
    An Tagen, die nicht zwölf Lesungen haben und nicht innerhalb einer Oktav liegen, können die Kapitel nach Belieben aus der ganzen Heiligen Schrift genommen wer­den.
    Für die Wahl der Oration siehe 43.5 und 44.13.
  5. Wenn ein Heiliger zu verschiedenen Gruppen von Heiligen gehört, kann man frei wählen zwischen den zwei oder drei Communia.

Andere Offizien

  1. Beim Offizium von der Seligen Jungfrau befolgen wir dieselben Regeln wie beim kanonischen Offizi­um, doch knien wir uns jederzeit und entblößen das Haupt zum Gebet oder Ave Maria vor den Horen und zum Salve Regina.
  2. Wenn irgendeine Hore der Seligen Jungfrau Maria einer Hore des kanonischen Offiziums unmittelbar vorausgeht oder umgekehrt, endet die erste Hore mit der kurzen Endung der Oration; danach verrichten wir nach Belieben ein Gebet in der Stille; dann beginnen wir mit dem Einleitungsvers, ohne ein Kreuzzeichen zu machen.
  3. Sooft wir die Bußpsalmen mit der Litanei beten, stehen wir zu den Psalmen oder stützen uns auf die Misericordia und haben dabei das Haupt bedeckt, während wir zur Litanei und zu den Fürbittgebeten mit entblöß­tem Haupt knien.
  4. Zum Tischgebet außerhalb des Konventes stehen wir mit entblößtem Haupt; zum Gloria Patri und zum Ge­bet in der Stille verneigen wir uns. Bei der Danksagung stehen wir in gleicher Weise und beten so alles bis zum Gloria Patri nach dem Psalm; dieses und die folgenden Preces beten wir je nach der Zeit verneigt oder kniend.
    Unmittelbar vor und nach dem Essen lesen wir ei­nige Verse aus der Heiligen Schrift.
    Die Brüder aber können auch in folgender Weise vorgehen: Nach einem Gebet in der Stille machen sie das Kreuzzeichen und sprechen: Segne, Herr, Deine Gaben, die wir von Deiner Güte jetzt empfangen, durch Chri­stus, unseren Herrn. Amen.
    Nach dem Essen können sie zur Danksagung beten : Wir sagen Dir Dank, allmächtiger Gott, für alle Deine Wohltaten, der Du lebst und herrschst in alle Ewigkeit. Amen. Und sie schließen anstelle des Psalmes ein Pater noster und ein Ave Maria an.
  5. Sind wir einmal aus offensichtlicher Schwäche oder aus Übermüdung genötigt, uns beim Offizium zu set­zen, oder liegen wir krank zu Bett, halten wir dennoch nach Möglichkeit ein Mindestmaß an Ehrfurcht ein.
    Denn beim göttlichen Offizium müssen wir überall sorgfältig Ehrfurcht und Würde wahren, da überall die gleiche Majestät und Gottheit dessen, mit dem wir spre­chen und vor dem wir stehen, auf uns blickt und auf uns achtet.
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